Meine Trainingswoche – Lauftraining in KW16

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Mit 113 Laufkilometern liegt eine sehr starke Laufwoche hinter mir. Jetzt geht es mit Spannung weiter zum nächsten Wettkampf – der Vienna City Marathon (für mich Halbmarathon) steht am Programm. Von daher ist in dieser Woche etwas Tapering angesagt damit die Beine nicht zu müde für das Laufevent sind. Aber mal schauen wie die Woche läuft und was dann beim Halbmarathon in Wien für mich möglich ist.

Meine Trainingseinheiten im Detail

Montag, 18. April 2022

Die vielen Laufkilometer der vergangen Woche stecken noch ordentlich in den Beinen und von daher entscheide ich mich für einen kompletten Ruhetag um erholt in den Dienstag zu starten und evtl. noch ein paar „leichtere“ Tempoeinheiten einbauen zu können. Etwas Dehnung und Faszientraining* hilft dabei die Regeneration zu fördern.

Dienstag, 19. April 2022

Eigentlich wollte ich heute ja laufen. Die Beine fühlen sich super an und von daher spricht nichts dagegen. Doch untertags habe ich leider ordentlich Stress und am Abend bin ich total müde und fühle mich erschöpft vom Tag. Daher schlafe ich schon sehr früh ein und lege einen weiteren ungewollten Ruhetag ein.

Mittwoch, 20. April 2022

Heute geht’s wieder ans Laufen. Zeit noch ein klein wenig was für die VO2Max zu tun. Ich laufe im angenehmen Dauerlauftempo gut 5 Kilometer warm und bleibe bei einem tollen Hügel stehen. Dieser ist mit einer Länge von etwas über 100 m optimal dafür geeignet. Also los geht’s. Mit ordentlich Dampf rauf über den Hügel und dann wieder ganz langsam runter. Insgesamt 10x wiederhole ich das Ganze und es fühlt sich wirklich hart an. Auch der Puls geht mit über 180 Schlägen/min ordentlich nach oben. So macht ein hartes Training Spaß. Danach noch 3 Kilometer langsam Auslaufen und ich beende die Einheit mit 11 Kilometern.

Donnerstag, 21. April 2022

So sollte das eigentlich nicht passieren… der komplette Tagesablauf kommt total durcheinander und ich schaffe es nicht Laufen zu gehen. Hoffentlich ist das nicht zu nachteilig für den Halbmarathon… da kommen dann gerne Zweifel auf. Oder wirkt sich die Erholung positiv aus? Ich muss mich wohl überraschen lassen. Zumindest packe ich noch alles zusammen den morgen um 6 Uhr früh geht es los – der Zug nach Wien fährt ab.

Freitag, 22. April 2022

Der Wien Marathon startet zwar erst am Sonntag, doch gemeinsam mit der Familie reisen wir schon am Freitag an und nehmen uns Zeit Wien etwas zu erkunden. Dort angekommen geht es viele Schritte durch die Stadt und am Abend noch für ein paar Kilometer auf das Laufband da es draußen ordentlich regnet. Im Studio ist es mit fast 30 Grad leider so heiß das ich nach bereits 5 Kilometer wieder aufhöre da es sich so anstrengend anfühlt. Danach noch kurz auf den Crosstrainer* und damit genug für heute.

Samstag, 23. April 2022

Ein paar Kilometer durch Wien sollten es vor dem Halbmarathon morgen schon noch werden. Daher stehe ich gleich morgens um 6 Uhr auf und starte um halb 7 los. Im gemütlichen Tempo erkunde ich Straßen Wiens und freue mich riesig auf das Laufevent morgen. Ich fühle mich gut, die Beine sind locker und körperlich ist alles bestens. Nur noch der Kopf sollte besser mitspielen. Alles Gedanken gehen mir nur den Kopf. War das Training genug? Wie schnell sollte ich anlaufen? Schaffe ich die 1:30 h? Ich bin die letzten Wochen nicht viele Kilometer gelaufen und auch noch dazu wenige lange Läufe! Hab ich mich genug von meiner Lungenentzündung erholt? Schluss jetzt mit den vielen Gedanken! Einfach den Lauf morgen genießen und schauen was möglich ist.

Sonntag, 24. April 2022

Es ist soweit… der große Tag ist gekommen. Zum ersten mal geht es für mich an die Startlinie beim Vienna City Marathon. Es ist mein überhaupt erst zweiter Halbmarathon in einem Wettkampf. Im Jahr 2020 bin ich beim Big Vitality Half in London gestartet und bin dort eine 1:30:34 gelaufen. Seither bin ich keinen Halbmarathon mehr bei einem offiziellen Rennen mitgelaufen. Die Nervosität steigt. Doch das Flair einer so großen Veranstaltung, die Stimmung und die vielen Leute pushen einen enorm und man freut sich schon darauf endlich losstarten zu können.

Früh genug geht es mit Straßenbahn und U-Bahn zum Startbereich und ich wärme mich auf. Um 9:00 Uhr geht es los – ich starte aus Startblock 1 relativ gut raus. Ziel sollte es werden nicht schneller als 4:10 min/km anzulaufen. Und das gelingt soweit eigentlich ganz gut. Über die Reichsbrücke weiter zur Hauptallee und zur ersten Verpflegungsstation. Nach 5 Kilometern gehe ich bei 20:26 Minuten durch. 4:06 pro Kilometer – liegt noch im ungefähr angepeilten Bereich und fühlt sich gut an. 10 Kilometer bei 41:10 – alles bestens. Doch bei 13 Kilometern geht es dann leider los. Die Beine werden schwer, das Atmen fällt immer schwerer und ich muss vom Gas geben. Bei 17 Kilometern fängt es an in der Brust zu stechen und es wird ein harter Kampf bis zur Ziellinie.

Doch dann auf der Zielgeraden und angefeuert von Frau, den Kindern und den vielen Fans sind alle „Probleme“ vergessen und ich genieße den Zieleinlauf. Die Zeit ist mir in diesem Moment egal. Als ich dann eine offizielle 1:28:49 sehe freue ich mich dann doch die 1:30 Stunden Schallmauer durchbrochen zu haben und genieße noch ein wenig die tolle Stimmung vom Wien Marathon 2022.

Zusammenfassung der 16. Laufwoche des Jahres 2022

Die wohl spannendste Laufwoche seit sehr langer Zeit liegt hinter mir. Das große Highlight im Frühjahr mit dem Wien Halbmarathon 2022 ist Geschichte. Noch vor ein paar Wochen hätte ich schon fast nicht mehr daran geglaubt überhaupt an den Start gehen zu können. Doch zum Glück hat sich mein Körper sehr schnell erholt und ich war sogar noch in der Lage eine neue persönliche Bestleistung hinzulegen. Auch wenn die Vorbereitung nicht optimal war und ich mein Potential aufgrund der vielen Rückschläge nicht ausschöpfen konnte bin ich stolz auf meine Leistung.

Jetzt heißt es weiter Gas geben und an die Leistungen anknüpfen und diese natürlich immer weiter zu steigern und jede Menge neue Bestzeiten zu laufen.

Mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 1:28:49 Minuten im Halbmarathon bin ich aufgrund der verschiedenen Umstände sehr zufrieden und freue mich auf die weitere Laufsaison.

Patrick Pöschl von Endspurt Laufcoaching

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