Wenn das Leben zum Dauerlauf wird: Warum wir manchmal die Richtung verlieren

Es gibt Läufe, bei denen man irgendwann merkt, dass man nur noch Kilometer sammelt. Man schaut auf die Uhr, kontrolliert das Tempo und zählt die Minuten bis zum Ende. Die Beine bewegen sich, der Kopf ist längst woanders. Dabei hat man sich doch irgendwann einmal genau deshalb die Laufschuhe angezogen, weil man Freude daran hatte. Weil man draußen sein wollte, den Kopf freibekommen und sich selbst etwas Gutes tun.

Im Alltag kann uns etwas ganz Ähnliches passieren. Wir stehen morgens auf, erledigen unsere Aufgaben, gehen arbeiten, kümmern uns um die Familie und versuchen, möglichst alles unter einen Hut zu bringen. Abends sind wir müde und am nächsten Morgen beginnt das Ganze von vorne.

Und irgendwann stellt man sich eine Frage, die wir zwischen all den Verpflichtungen lange nicht mehr zugelassen haben:

Laufe ich eigentlich noch in die Richtung, in die ich wirklich möchte?

Wenn aus einem Ziel nur noch eine Verpflichtung wird

Wer für einen Marathon trainiert, kennt das: Am Anfang steht ein Ziel, das begeistert. Man hat Lust auf die Herausforderung und freut sich auf die Entwicklung. Doch je länger die Vorbereitung dauert, desto leichter kann der Blick dafür verloren gehen, warum man überhaupt angefangen hat. Plötzlich geht es nur noch darum, den Trainingsplan abzuarbeiten.

Im Leben ist das nicht anders. Wir verfolgen berufliche Ziele, übernehmen Verantwortung und möchten für andere da sein. Daran ist nichts verkehrt. Schwierig wird es, wenn wir irgendwann gar nicht mehr hinterfragen, ob das, was wir täglich tun, noch zu uns und unseren eigenen Vorstellungen passt.

Dann funktionieren wir zwar nach außen. Innerlich wächst aber vielleicht das Gefühl, dass etwas fehlt. Das bedeutet nicht automatisch, dass wir unser ganzes Leben verändern müssen. Manchmal haben wir schlicht zu lange nicht mehr darauf geachtet, was uns selbst wichtig ist.

Nicht jeder Lauf muss schneller werden

Im Training wissen wir eigentlich, dass Fortschritt nicht daraus entsteht, jeden Tag noch mehr zu leisten. Ein lockerer Dauerlauf hat seinen Platz. Ein Ruhetag ebenso. Und manchmal ist es vernünftiger, eine Einheit anzupassen, als stur an einem Plan festzuhalten. Warum fällt uns das im Alltag so schwer?

Wir merken, dass unsere Energie nachlässt, dass uns Dinge belasten oder dass wir kaum noch Zeit für uns selbst finden. Trotzdem versuchen wir oft, noch mehr in denselben Tag hineinzupacken. Noch eine Aufgabe. Noch eine Verpflichtung. Noch schnell etwas erledigen.

Dabei brauchen wir möglicherweise nicht mehr Disziplin, sondern einen Moment, in dem wir uns fragen, was wir eigentlich erreichen möchten.

Denn es bringt wenig, immer schneller zu laufen, wenn wir gar nicht mehr wissen, wohin.

Die eigene Richtung wiederfinden

Wenn ich mit Menschen über ihre Ziele spreche, geht es häufig zunächst um etwas sehr Konkretes: eine bestimmte Laufzeit, einen Marathon oder den Wunsch, wieder fitter zu werden. Hinter diesen Zielen steckt aber oft mehr.

Der Wunsch, wieder Vertrauen in sich selbst zu haben. Etwas für sich zu tun. Sich nicht länger nur von Terminen und Erwartungen bestimmen zu lassen. Das ist einer der Gründe, warum mir die Verbindung zwischen Marathon und Mindset so wichtig ist.

Beim Laufen lernen wir, dass wir nicht jeden Kilometer kontrollieren können. Dass schwierige Phasen dazugehören. Und dass es manchmal notwendig ist, das Tempo herauszunehmen, um langfristig weiterzukommen.

Diese Gedanken lassen sich auch auf unser Leben übertragen. Dafür müssen wir nicht sofort alles umkrempeln. Ein erster Schritt kann sein, uns wieder bewusst mit unseren eigenen Wünschen auseinanderzusetzen.

Was möchte ich eigentlich?
Was gibt mir Energie?
Und was mache ich seit Monaten nur deshalb weiter, weil ich mich längst daran gewöhnt habe?

Eine Einladung, die einmal nichts mit Bestzeiten zu tun hat

Genau über solche Fragen möchte ich bei meinem ersten kostenlosen Live-Impulsabend sprechen. Unter dem Titel „Raus aus dem Funktionieren – zurück zu dir selbst“ geht es diesmal nicht um Trainingspläne, Lauftechnik oder Marathonzeiten.

Wir beschäftigen uns damit, warum wir im Alltag manchmal den Kontakt zu uns selbst verlieren, weshalb Veränderungen trotz guter Vorsätze oft ausbleiben und wie wir wieder bewusster entscheiden können, in welche Richtung unser Leben gehen soll.

Ich werde persönliche Erfahrungen teilen und dir Gedanken und konkrete Impulse mitgeben, die du auf deinen eigenen Alltag übertragen kannst. Du musst dafür weder Marathonläufer sein noch ein bestimmtes sportliches Ziel verfolgen.

Die Veranstaltung im Überblick:

  • Dienstag, 6. Oktober 2026
  • Beginn: 18:30 Uhr
  • Live über Zoom
  • Teilnahme kostenlos

Hier kannst du dich kostenlos zum Live-Impulsabend anmelden.

Vielleicht ist gerade jetzt ein guter Zeitpunkt, nicht nur über dein nächstes sportliches Ziel nachzudenken, sondern auch darüber, was du dir für dein Leben wünschst.

Ich freue mich, wenn du dabei bist!

Patrick Pöschl

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